Manning droht das Kriegsgericht
Ist Bradley Manning ein Held oder ein Verbrecher? Der US-Soldat soll der Internet-Plattform Wikileaks geheime Militärvideos zugespielt haben. Im Dezember 2011 wurde er angehört. Nun empfiehlt sein Militärrichter, ihn vor ein Kriegsgericht zu stellen
Drei Wochen nach dem Ende des Bradley Manning- Anhörungsverfahrens hat der zuständige Militärrichter die Empfehlung abgegeben, den mutmaßlichen Wikileaks-Informanten vor ein Kriegsgericht zu stellen. Richter Paul Almanza, heißt es in der Verlautbarung des Militärbereichs Washington, sei zu der begründeten Annahme gekommen, dass der Angeklagte die ihm vorgeworfenen Straftaten begangen habe. Er empfehle, alle 22 Anklagepunkte gegen den 24-jährigen Obergefreiten Manning aufrechtzuerhalten.
Die endgültige Entscheidung wird der für Kriegsgerichtsprozesse zuständige Colonel Carl R. Coffman in den nächsten Tagen treffen .Mit dem tatsächlichen Prozessbeginn wird in drei bis vier Monaten gerechnet.
Mannings Unterstützer sind enttäuscht, aber nicht überrascht. Jeff Patterson vom Bradley Manning Support Network sagt: »Ich saß im Gerichtssaal und sah wie Richter Almanza - im Zivilleben ein Angestellter des Justizministeriums, das gegen Assange und Wikileaks ermittelt - so tat, als sei er ein unabhängiger Richter. Almanza hat auch die Zeugenliste der Verteidigung drastisch beschnitten, der Staatsanwaltschaft aber alle beantragten Zeugen erlaubt.«
Bradley Mannings Anwalt, David Coombs, hatte in seinem Schlussplädoyer um Milde für seinen emotional geschädigten Mandanten gebeten. Das Vorgehen gegen Manning nannte er »überzogen«. Bradley Manning habe schwere psychische Probleme gehabt, unter anderem sei er in der Truppe wegen seiner Homosexualität ausgegrenzt worden.
Der Ruf nach Milde kommt nicht von ungefähr. Denn es gibt eine Reihe von Kriegsgerichtsverfahren, bei denen die angeklagten Soldaten für dokumentierte Greueltaten im Irak und Afghanistan überaus milde, wenn nicht gar ungestraft davongekommen sind.
Doch die Obama-Administration will an dem jungen Whistleblower Manning offenbar ein abschreckendes Exempel statuiert sehen. Barack Obama, der Commander in Chief of the Army und frühere Verfassungsrechtler, schreckte nicht davor zurück, Manning bereits vor dem Verfahren als schuldig zu bezeichnen. Wäre Manning ein Zivilist, könnte er nach einem neuen, gerade von Obama unterschriebenen Gesetz als »Terrorverdächtiger« nach Guantanamo verfrachtet werden, wo er keinen Anspruch auf einen Prozess hätte. Davor schützt ihn jetzt nur seine Uniform.
Angesichts der wahrscheinlichen Eröffnung des Hauptverfahrens hat Anwalt Coombs bereits die außergerichtliche Vernehmung von sechs Militärsachverständigen beantragt. Sie sollen über den Grad der Geheimhaltung relevanter Videos und Dokumente aussagen. Der Ermittlungsrichter hatte der Verteidigung diese Zeugen gestrichen. Im Hauptverfahren könnte Coombs sich durchsetzen und damit die Liste der Anklagepunkte verringern.
Ist Bradley Manning ein Held oder ein Verbrecher? Der US-Soldat soll der Internet-Plattform Wikileaks geheime Militärvideos zugespielt haben. Im Dezember 2011 wurde er angehört. Nun empfiehlt sein Militärrichter, ihn vor ein Kriegsgericht zu stellen
Drei Wochen nach dem Ende des Bradley Manning- Anhörungsverfahrens hat der zuständige Militärrichter die Empfehlung abgegeben, den mutmaßlichen Wikileaks-Informanten vor ein Kriegsgericht zu stellen. Richter Paul Almanza, heißt es in der Verlautbarung des Militärbereichs Washington, sei zu der begründeten Annahme gekommen, dass der Angeklagte die ihm vorgeworfenen Straftaten begangen habe. Er empfehle, alle 22 Anklagepunkte gegen den 24-jährigen Obergefreiten Manning aufrechtzuerhalten[1] .
Die endgültige Entscheidung wird der für Kriegsgerichtsprozesse zuständige Colonel Carl R. Coffman in den nächsten Tagen treffen .Mit dem tatsächlichen Prozessbeginn wird in drei bis vier Monaten gerechnet.
Mannings Unterstützer sind enttäuscht, aber nicht überrascht. Jeff Patterson vom Bradley Manning Support Network sagt: »Ich saß im Gerichtssaal und sah wie Richter Almanza - im Zivilleben ein Angestellter des Justizministeriums, das gegen Assange und Wikileaks ermittelt - so tat, als sei er ein unabhängiger Richter. Almanza hat auch die Zeugenliste der Verteidigung drastisch beschnitten, der Staatsanwaltschaft aber alle beantragten Zeugen erlaubt.«
Bradley Mannings Anwalt, David Coombs, hatte in seinem Schlussplädoyer um Milde für seinen emotional geschädigten Mandanten gebeten. Das Vorgehen gegen Manning nannte er »überzogen«. Bradley Manning habe schwere psychische Probleme gehabt, unter anderem sei er in der Truppe wegen seiner Homosexualität ausgegrenzt worden.
Der Ruf nach Milde kommt nicht von ungefähr. Denn es gibt eine Reihe von Kriegsgerichtsverfahren, bei denen die angeklagten Soldaten für dokumentierte Greueltaten im Irak und Afghanistan überaus milde, wenn nicht gar ungestraft davongekommen sind.
Doch die Obama-Administration will an dem jungen Whistleblower Manning offenbar ein abschreckendes Exempel statuiert sehen. Barack Obama, der Commander in Chief of the Army und frühere Verfassungsrechtler, schreckte nicht davor zurück, Manning bereits vor dem Verfahren als schuldig zu bezeichnen. Wäre Manning ein Zivilist, könnte er nach einem neuen, gerade von Obama unterschriebenen Gesetz als »Terrorverdächtiger« nach Guantanamo verfrachtet werden, wo er keinen Anspruch auf einen Prozess hätte. Davor schützt ihn jetzt nur seine Uniform.
Angesichts der wahrscheinlichen Eröffnung des Hauptverfahrens hat Anwalt Coombs bereits die außergerichtliche Vernehmung von sechs Militärsachverständigen beantragt. Sie sollen über den Grad der Geheimhaltung relevanter Videos und Dokumente aussagen. Der Ermittlungsrichter hatte der Verteidigung diese Zeugen gestrichen. Im Hauptverfahren könnte Coombs sich durchsetzen und damit die Liste der Anklagepunkte verringern.


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